Spangler Automation - Schematic at the push of a button
Spangler Automation

Schaltplan auf Knopfdruck

Spangler Automation plant und fertigt elektrische Automatisierungslösungen für komplexe Anlagen

Spangler Automation plant und fertigt elektrische Automatisierungslösungen für komplexe Anlagen und ist spezialisiert auf das Besondere: die Anlage, die es weltweit nur einmalig gibt. Standardlösungen gibt es nicht, dafür braucht Spangler allerdings viele Standards – wie sie nur über eine durchgehende Engineering-Plattform machbar sind. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Helmut Graspointner und dem für die Software-Plattform verantwortlichen Rainer Meier.

„Anspruchsvolle Aufgaben setzen ein Plattform-orientiertes Engineering voraus“, ist Geschäftsführer Helmut Graspointner überzeugt „zum einen, weil die Anforderungen unserer Kunden steigen, zum anderen werden die Anlagen immer komplexer und die Vorschriften umfangreicher. Außerdem verkürzen sich die Durchlaufzeiten.“ Helmut Graspointner leitet zusammen mit seiner Schwester Hannelore Spangler und Nichte Tina Lambert das High-Tech-Familienunternehmen, das im Jahr 1981 von Hannelore und Franz Spangler in Töging im beschaulichen Altmühltal gegründet wurde.


Wenn ein Automatisierer automatisiert

Eigentlich ist es nur konsequent, wenn ein Automatisierer bei sich im Hause automatisiert: „Jeder automatisierte Arbeitsschritt senkt die Kosten und verbessert die Qualität. Unterm Strich ergibt das einen Wettbewerbsvorsprung, den wir wieder an unsere Kunden weitergeben“, erläutert Graspointner den Kreislauf, von dem sein Unternehmen lebt. Und das gar nicht schlecht, wie die Wachstumszahlen, die Mitarbeiterentwicklung und die Referenzen zeigen. Die Elektroplanung bis hin zum Schaltschrankbau übernimmt Spangler für die Verpackungsindustrie und für die Umwelttechnik mit Biogasanlagen, Trink- sowie Abwasseraufbereitung. In der Automobilindustrie sind es unter anderem Batterie- oder Getriebeprüfstände, die Spangler automatisiert ebenso wie große Filteranlagen in der Pharmaindustrie. Außerdem ist Spangler für Tunnelbohrmaschinen in der Bauindustrie und für die Landwirtschaft der Partner für die Elektroautomation. Aktuell steht zum Beispiel als Großprojekt ein Getreide-Managementsystem in Aserbaidschan auf der Auftragsliste. Die Anlage sorgt dafür, dass Getreide wie Mais und Soja direkt nach der Ernte zur richtigen Zeit eingelagert werden, während gleichzeitig andere Chargen ausgeschleust werden - und so auf den Weg zu den nächsten Verarbeitungsschritten geleitet werden. Alles just in time! Kundenspezifische Lösungen sind bei dieser großen Branchenvielfalt die Regel. Jede elektrische Anlage, die Spangler plant, baut und programmiert, hat einen eigenen Charakter. Deshalb arbeitet das Unternehmen mit einer Engineering-Plattform, die durchgängig genutzt werden kann – von der Projektierung, der SPS-Programmierung, der Fertigung über den Service praktisch bis hin zu jedem der Arbeitsplätze für die eigenen 130 Mitarbeiter. Die Elektro-Dokumentation – durchgängig in EPLAN erstellt – wird auch kundenspezifisch aufbereitet.


Eine passende Engineering-Lösung

Eine Frage, die bei der Planung und dem Aufbau elektrischer Anlagen in der täglichen Arbeit immer wieder auftaucht, ist die nach dem richtigen Standard, der auch Lösungen ermöglicht, die ganz und gar nicht standardisiert sind. Die Anlage, zur Getreidelagerung in Aserbaidschan ist nur ein Beispiel für die einzigartigen Projekte von Spangler Automation. „Die Möglichkeit eines gewissen Standards durch eine gute Engineering-Lösung haben wir bei EPLAN gefunden“, sagt Graspointner. „Schließlich müssen die Lösungen für die diversen Anforderungen der Maschinenbauer in den verschiedenen Branchen gleichermaßen tauglich sein.“ Wie jede gute Plattform muss sie individuell ausbaubar sein. Die Automatisierer haben zusammen mit EPLAN eigene praktische Lösungen aufgesetzt. Eine davon ist das Spangler Translate System. Damit werden alle Sprachen einbezogen, wie sie heute im internationalen Geschäft unabdingbar sind. „Jeder unserer Kunden möchte in der Sprache arbeiten, in der er am besten kommunizieren kann“, findet Rainer Meier. Er ist bei Spangler verantwortlich für den optimalen Einsatz der Engineering-Plattform. Als Koordinator des EPLAN Projekts laufen bei ihm alle Fäden zusammen.


Perfektes Datenmanagement

Ein zweites Ergänzungstool zum EPLAN Engineeringsystem ist das 'Spangler Documentation System'. Dort werden die immer weiter wachsenden Qualitätsanforderungen an Dokumente hinterlegt. Das System stellt sicher, dass die gesamte Dokumentation transparent bleibt. Last but not least sollen die Informationen für alle Beteiligten jederzeit abrufbar sein. „Wir haben Bedienungsanleitungen der Komponentenhersteller online hinterlegt, um sie bei uns intern oder beim Kunden extern immer abrufbereit zu halten. Verbunden mit dem PDF des Stromlaufplans lassen sich die Datenblätter per Weblink bequem runterladen“, beschreibt Rainer Meier das für die Dokumentation verantwortliche Ergänzungstool. „Damit werden Kunden aktuell mit den neuesten Informationen versorgt, während ihnen schnell veraltende Papierordner erspart bleiben.“

Der Segen der Schnittstellen

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Spangler-Experten die Elektrokonstruktion in komplexen Kundenanlagen erleichtern: „Wenn Standards über Wertetabellen organisiert und Teilbereiche über die Scripttechnik automatisiert werden“, beschreibt Meier und nennt als weitere kleine, aber feine Besonderheit die Spangler Ersatz- und Verschleißteilliste, die dem Kunden wichtige Informationen gibt. Dank der offenen API-Schnittstelle der Engineering-Plattform hat sich Spangler viele, kleine Tools selbst zusammengestellt und die immer wiederkehrenden Tätigkeiten automatisiert. 'Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile', denn von der Engineering-Plattform, wie sie heute im Einsatz ist, wird mehr erwartet als vom Vorgängersystem. „Das war nur ein Konstruktionsprogramm für die Konstrukteure. Mitarbeiter im Vertrieb oder in der Fertigung hatten damit keine Berührung“, erläutert Helmut Graspointner. Heute legen die Verantwortlichen Wert darauf, dass alles rund um die Konstruktion und das Engineering jederzeit fürs ganze Team transparent ist. Jeder Mitarbeiter kann auf die Artikelverwaltung von EPLAN zugreifen und seine Informationen entnehmen. Somit ist EPLAN das passende System in der IT-Landschaft des Automatisierers. Dadurch verschafft sich zum Beispiel die Verwaltung Informationen über Zolltarifnummern und das Ursprungsland, um Zollpapiere oder Lieferscheine zu erstellen. Auch technische Informationen sowie Einstellparameter für die Inbetriebnahme einer Anlage bleiben nicht nur das 'Herrschaftswissen' der Konstrukteure. Die offenen und erweiterbaren Schnittstellen der Plattform sorgen für Transparenz und mehr Zugriffsmöglichkeiten für Kunden und Mitarbeiter.


Die Wahl des Engineering-Systems

Die Schnittstellen zählen im Übrigen auch zu den entscheidenden Punkten, warum im Jahr 2008 die Wahl auf die Engineering-Lösung von EPLAN fiel. „Damals standen mehrere Systeme im Benchmark“, erinnert sich Graspointner. „Wir haben sie genau unter die Lupe genommen, angefangen von der Marktakzeptanz der jeweiligen Software, über die Organisation der Fremdsprachen bis hin zum Handling. Wir sind auch der Frage nachgegangen, wie die Systeme den Umgang mit verschiedene Normen und Vorschriften lösen.“ Entscheidende Kriterien waren auch die Einsehbarkeit in die zentrale Artikelverwaltung und das intuitive Handling der Software. „Das heißt, die Software denkt mit“, erklärt Graspointner die intelligente Software. „Denn jeder eingesparte Mausklick bringt in der Summe Kosteneinsparung. Fehler lassen sich somit vermeiden.“ Ein weiterer Wunsch war, Schaltschränke maßstabsgetreu zu konstruieren, wie das mit dem heutigen EPLAN Pro Panel in der 3D-Welt möglich ist. „Auch die Pflege von Makros und die offenen und erweiterbaren Schnittstellen, die neue Hilfstools ebenso wie bestehende Systeme vernetzen, gingen als entscheidende Pluspunkte an die EPLAN Engineering-Plattform“, begründet der Administrator Rainer Meier.

 

Durchgängigkeit entscheidet das Rennen

„Aber der wichtigste Vorteil ist ganz eindeutig die Durchgängigkeit“, betont Meier und erklärt, warum alle von der durchgängigen Plattform profitieren: „Da alle Daten zentral gepflegt werden, können alle Mitarbeiter ebenso wie die Kunden darauf zugreifen und damit arbeiten.“ Wenn ein Schaltschrank eingerichtet wird, spielt vor allem die interne Systemdurchgängigkeit eine wichtige Rolle. „Denn jeder weiß, was der nächste Bearbeitungsschritt ist.“ Dazu werden die gesamten Bohr- und Fräsdaten über das Firmennetzwerk in die Fertigung gegeben. „Unsere Kollegen können alles, was mit Beschilderung oder mit Markierung zu tun hat, automatisch generieren“, freut sich Meier über die Vorteile. Der Kunde kann online auf die Datenblätter zugreifen. Bei Projekten mit großen Datenmengen sieht er sich die Daten über den FTP-Server an. „Bei 3D- Darstellungen und großen Datenmengen können wir ihm über das Spangler-File-Portal den Stromlaufplan über den FTP-Server zur Verfügung stellen“, erläutert Meier. Auch Programmierung wird künftig auf dieser Basis möglich sein. „Es ist bereits in Planung, die SPS-Programmierung ebenfalls über die Engineering-Plattform zu organisieren und zu standardisieren“, sagt Helmut Graspointner und verweist aufs Wesentliche: „Wichtig für eine Plattform ist immer, dass alle Daten für die in- oder externe Nutzung so standardisiert sind, dass jeder darauf zugreifen kann und die Wiederverwendung gewährleistet ist.“ Für mehr Durchgängigkeit der Daten sorgt auch das EPLAN Data Portal. „Wir verwenden das Data Portal, würden es aber gerne noch häufiger einsetzen, denn das Dataportal ist auf externe Mitarbeit angewiesen“, sagt der Spangler Geschäftsführer und appelliert an die Komponentenhersteller:„Dieses Tool wird immer besser bzw. standardisierter, je mehr Daten der Automatisierungskomponenten hinzugefügt werden. Hier ist noch Luft nach oben.“ Unabhängig vom Engagement der Komponentenhersteller enthält das Data Portal zahlreiche Informationen. „Das sind zum Beispiel Bohrbilder und Rooting-Angaben“, zählt Rainer Meier auf. „Wenn diese Daten gepflegt werden, erleichtert das uns und unseren Kunden später die Arbeit erheblich.“


Makros aus einem Guss

Wer ganze Anlagen automatisiert, ist mehrfach auf wiederkehrende Datensätze angewiesen, wie sie in Makros abgebildet werden. Die Frage der Qualität eines Schaltplan-Makros kennt bei Spangler nur eine Antwort - und die heißt Standardisierung. Deshalb ist strikt festgelegt, wie Makros aussehen müssen, und wer sie erzeugen darf. Das bleibt definierten Mitarbeitern vorbehalten, die dies nach einem bestimmten festgelegte Schema leisten. „Nur mit diesen standardisierten Makros arbeiten wir am Schaltschrank. Das gehört zu den Ansprüchen an die durchgängige Plattform – sonst würde sie schlicht „vermüllen“, sagt Graspointner. Makros sind nach seinem Verständnis der Grundstein für die Projektierung komplexer Anlagen: „Wir lassen hier die Erfahrungen einfließen, die wir vorher an anderer Stelle gesammelt haben.“


Alles neu – die Systemeinführung

Kein noch so gutes Engineering-System wird heute in einer Nacht- und Nebel-Aktion in einem Unternehmen eingeführt. „Ein System kaufen und am nächsten Tag loslegen, das geht schief“, sagt Meier. „Zunächst braucht man Kapazitäten – sowie Mitarbeiter mit viel Know-how, die überzeugt sind“, zählt Meier die Voraussetzungen auf. „Außerdem müssen die Mitarbeiter aus den betroffenen Bereichen die Notwendigkeit sehen.“ Schließlich geht es nicht nur um Datenpflege, denn es gilt auch, Arbeitsweisen und Arbeitsplätze neu zu organisieren. „Das ist durchaus ein Eingriff in die persönlichen Belange der Mitarbeiter“, findet Graspointner. Aber auch Kunden sind betroffen. „Auf Kundenschulungen stellen wir deshalb vor, warum wir zum Beispiel auf EPLAN umgestellt haben“, so Graspointner. „Aber dort stoßen wir praktisch offene Türen auf, wenn wir dem Kunden erklären, wie der Stromlaufplan wirklich zu lesen ist, und auf welche Hilfsmittel er jetzt zurückgreifen kann. „Nicht nur als Task-Force haben wir dazu das Consulting der Firma EPLAN eingeschaltet. Der kritische Blick von außen ist immer sehr hilfreich – denn manche Anregung hat uns gezeigt, was sich noch besser machen ließe.“ Aber dazu ist es bei einem ständig an Funktion und Nutzen wachsenden Engineering-System nie zu spät.


Zeit für Visionen

„Heute werden unsere Makros zentral gepflegt, und wir können bereits über Drag and Drop ein gewisses Schema unserer Schaltpläne zusammenklicken“, sagt Rainer Meier: „Was jetzt noch fehlt, ist der fertige Stromlaufplan mit den Daten aller Aggregate auf Knopfdruck.“ Aber auch darüber denken Helmut Graspointner und Rainer Meier bereits mit ihren Partnern bei EPLAN nach.